Gedanken

Oase oder Fata Morgana?

kamelWenn das Kameljunge den Vater fragt, wieso Kamele denn ihre besonderen Fähigkeiten besitzen wie verschließbare Nasenlöcher, das elendslange Nicht-Trinken-Müssen und das Gerechtwerden mit den widrigsten Umständen, antwortet dieser: „Um in der Wüste überleben zu können.“

Das Kameljunge möchte daraufhin wissen, was sie dann im Zoo verloren hätten.

Die Reaktion des Kamelvaters ist uns leider nicht überliefert. Aber diesem witzigen Anekdötchen lässt sich auch fernab vom tierethischen Diskurs einiges abgewinnen.

Die Erfahrung, nicht in diese Welt zu passen, seine Fähigkeiten entweder nicht vollwertig ausgeprägt zu haben oder auch nicht die Möglichkeit zu besitzen, sich als sinnvoller Teil der Gesellschaft zu erleben, beschäftigt viele der Gäste, die im Laufe der Jahre die Gesprächsoase besuchen.

Was tue ich hier in dieser Welt? Was ist meine Aufgabe? (weiterlesen …)

Ausweg

schildkroeteKeinen Ausweg aus der Misere zu kennen
bedeutet nicht,
daß es keinen Ausweg gibt.

Erhard Schümmelfeder (*1954)

Schuhe

schuheIch wandere den ganzen Tag, um den Frühling zu suchen und meine Schuhe gehen kaputt. Am Abend habe ich den Frühling noch nicht gefunden. Ich kehre heim und sehe eine Kirschblüte in meinem Garten. Der Frühling ist da.

aus China

Hören – Glauben – Leben

ki_2012_5._ausgabeDie Zeit der Dunkelheit, der Kälte kommt regelmäßig wieder, stiller Schneefall, vertrocknete ausgelaugte Ackerböden, staubig erfrorene Straßen …
Natur als Sinnbild für unser Leben, in dem die inneren, unsichtbaren Jahreszeiten abwechseln wie in der sichtbaren Natur. Für alles gibt es eine Zeit, sagt uns das Buch Kohelet. Also auch eine Zeit für Nacht, Schweigen, Dunkelheit, für Fragen und um die Fragen zu lösen, eine Zeit des Hörens und eine Zeit des Antwortens.
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Fenster des Vertrauens

Bild: Doris Gutheinz
http:\\bilder.tibs.at

Sicherlich kennen Sie diesen altbekannten Ausspruch, überliefert aus der Erfahrung von Generationen: „Schließt sich eine Tür dann öffnet Gott ein Fenster“.

Mütter geben diese Weisheit in schwierigen Situationen an ihre Kinder weiter, die Kinder wieder an ihre Kinder. So pflanzt sich dieser so oft gehörte und häufig verwendete Ausspruch immer weiter fort. In unseren Köpfen ist er sicherlich verankert, aber leben wir diese alte Weisheit auch?

Jeder von uns kennt die meist um sich greifende Erscheinung unserer gegenwärtigen Zeit: die „Erschöpfung“. Alle haben wir direkt oder indirekt damit zu tun. Wenn nicht selbst betroffen, so sind wir über Bekannte, Verwandte oder über die Medien damit konfrontiert. Die Erschöpfung ist eine ständige dunkle Begleiterin unserer Gesellschaft. Sie ist in aller Munde, aber einen rechten Umgang mit ihr zu finden – persönlich wie auch gesellschaftlich – ist eine riesige Herausforderung.

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